THEMA: Unterweisung für Staplerfahrer – so geht‘s rechtskonform

unterweisung_staplerfahrer_KI-aktuellDie Unterweisung der Staplerfahrer ist aufgrund des hohen Gefährdungspotentials entsprechend umfangreich. Ein einfaches Unterweisungsgespräch, wie es bei anderen Arbeitsplätzen genügt, ist nicht ausreichend.

Der DGUV Grundsatz 308-001 gibt dabei vor, welche Unterweisungen und insbesondere welche Inhalte erforderlich sind:

1. Unterweisung neuer Fahrer
Wenn Sie neue Fahrer nach DGUV Grundsatz 308-001 zum Fahrer von Flurförderzeugen haben ausbilden lassen, dann haben diese lediglich die Ausbildung der Stufe 1 abgeschlossen. Die Ausbildung der Stufe 1 umfasst die allgemeine Ausbildung in Theorie und Praxis. Darin sind Sicherheitsbestimmungen und die Gerätetechnik enthalten, aber auch das Aufnehmen, Transportieren, Absetzen und Stapeln von Lasten in der Praxis.

Damit sind Ihre neuen Fahrer aber noch nicht dazu geeignet, in Ihrem Betrieb mit dem Stapler herum zu fahren. Sie müssen die Beschäftigten zunächst anhand der Betriebsanweisungen in die Regeln für den innerbetrieblichen Verkehr unterweisen. Außerdem ist der schriftliche Fahrauftrag zu erteilen. Damit ist die Ausbildung jedoch noch nicht abgeschlossen.

2. Unterweisen in die Fahrzeugtypen im Betrieb
Denn in der Stufe 3 der Ausbildung nach dem DGUV Grundsatz müssen Sie die Fahrer auch im richtigen Umgang mit dem oder den Fahrzeugtypen schulen, die in Ihrem Betrieb vorkommen.
Im Zweifelsfall müssen Sie nachweisen können, dass Ihre Staplerfahrer jeden einzelnen Fahrzeugtyp des Unternehmens beherrschen. Der schriftliche Fahrauftrag darf nur für solche Fahrzeuge erteilt werden, in denen der Mitarbeiter unterwiesen wurde.

3. Jährlich wiederkehrende Unterweisung
Jährlich wiederkehrend müssen Sie die Fahrer von Flurförderzeugen unterweisen. Inhalt, Form und Dauer sind nicht vorgeschrieben und müssen den betrieblichen Gegebenheiten angepasst sein.

Sie können hier beispielsweise beobachtetes Fehlverhalten von Fahrern ebenso ansprechen, wie Neuerungen in der betrieblichen Organisation. Entscheidend ist, dass die Fahrer unterwiesen wurden und Sie diese Unterweisung dokumentiert haben.

4. Unterweisung in eingesetzte Anbaugeräte
Haben Sie in Ihrem Betrieb Anbaugeräte wie Arbeitsbühnen, Lasthaken, Ballen- oder Fassklammern u. ä. greift ebenfalls die Ausbildung der Stufe 3 nach dem Grundsatz. Sie müssen die betreffenden Beschäftigten im richtigen Umgang mit diesen Anbaugeräten schulen, bevor diese damit arbeiten dürfen.

Für die Verwendung von Anbaugeräten ist ebenfalls der schriftliche Fahrauftrag – also eine Ausweitung des vorhandenen Auftrags – erforderlich.

5. Ausbildung für spezielle Fahrzeuge
Sollen Ihre Fahrer spezielle Flurförderzeuge wie Teleskopstapler, Regalstapler oder Containerstapler fahren, benötigen diese dafür eine Zusatzausbildung.

Diese Zusatzausbildung ist in der Stufe 2 des DGUV Grundsatz 308 -001 geregelt und muss mit einer Prüfung enden.

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