Praxistipp: Sicherer Umgang mit Druckgasflaschen

Viele Gase, die in Unternehmen verwendet werden, entstammen solchen Druckgasflaschen. Werden diese Behälter falsch benutzt, sind schnell schwere Unfälle möglich. Abgesehen vom Austritt erstickender, giftiger, brennbarer oder explosiver Gase, kann auch das Umstürzen einer Druckgasflasche schwere Fußverletzungen mit sich bringen. Im Brandfall oder bei Aussetzung hoher Temperaturen ist ein Bersten der Flaschen möglich und hätte schwerewiegende Folgen.

Nachfolgend hat KI aktuell 4 Tipps für Ihren Alltag zusammengestellt:

BGW-warnt_KI-aktuell_02-2016Lagerung.
Ob im Labor oder in anderen Räumlichkeiten des Betriebes, die richtige Lagerung von Druck- gasflaschen ist wichtig. Damit es nicht zu Fußverletzungen kommt. Bei einem Umfallen kann das Flaschenventil abgerissen werden und der Behälter wird zur Rakete. Deswegen ist die Gasflasche immer gegen Umfallen (Bild) zu sichern.
lagerung_druckgasflaschen_ki-aktuell-02-2016Dies kann etwa mit einer Metallkette realisiert werden. Bei der Auswahl des Lagerortes ist auf eine ausrei- chende Entfernung zu Wärmequellen zu achten. Die Lagerorte sind entsprechend zu kennzeich- nen. Stellt der Lagerort gleichzeitig einen Arbeitsplatz für Mitarbeiter dar, müssen Sie sich Gedan- ken um Schutzmaßnahmen bei Gasaustritt machen. Eine Option ist die Lagerung der Gasflaschen in einem geeigneten Schrank mit Absaugung oder die Installation von Gaswarnanlagen. Der Schrank hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Gasflasche gegen mechanische Beschädigung von außen geschützt ist.

BGW-warnt_KI-aktuell_02-2016Wechsel der Flasche.
Unterschiedliche Prozesse benötigen unterschiedliche Gase. Dadurch oder durch einen leeren Behälter kann es erforderlich sein, Gasflaschen auszutauschen. Bei diesem Wechsel müssen Sie unbedingt darauf achten, dass das richtige Gas an dem richtigen Anschluss installiert wird. Bei dem parallelen Einsatz verschiedener Gase ist eine farbliche Kennzeichnung der Leitungen eine sinnvolle Schutzmaßnahme. Da nicht jedes Gas mit jedem Material kompatibel ist, müssen die Leitungen und Druckminderer für das jeweils eingesetzte Gas auch geeignet sein. Das gilt es im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu prüfen. Andernfalls kann es zu Gasaustritten aufgrund chemischer Reaktionen kommen. Nach Fertigstellung der Installation sind Leitungen zu kennzeichnen sowie zusammen mit den Anschlüsse auf Leckagen zu kontrollieren. Beschädigungen müssen sofort beseitigt werden.

BGW-warnt_KI-aktuell_02-2016Transport von Gasflaschen.
Eine umgedrehte Palette oder eine einfache Sackkarre sind wenig geeignete Hilfsmittel zum Transport von Druckgasflaschen. Der Transport ist nur mit speziellen Transportmitteln, die über eine geeignete Befestigung für die Gasflaschen verfügen, zulässig. Darüber hinaus dürfen nur Flaschen transportiert werden, die über einen Ventilschutz in Form einer Kappe verfügen.

ACHTUNG: Ein Ventilschutz stellt keinen geeigneten Anschlagpunkt zum Heben oder zur Ladungssicherung dar!

Um eine Gefährdung Dritter zu vermeiden, dürfen Gasflaschen nicht mit Personen im Aufzug be- fördert werden.

BGW-warnt_KI-aktuell_02-2016Gefahrenfall vorbeugen
Um einen unkontrollierten Austritt von Gasen zu verhindern, darf grundsätzlich nur mit einem Druckminderer gearbeitet werden. Druckminderer sorgen dafür, dass an der Austrittstelle ein bestimmter Gasdruck nicht überschritten wird. Weiterhin ist am Ende das Flaschenventil zu schließen. Beschädigte oder manipulierte Druckgasflaschen dürfen unter keinen Umständen weiter eingesetzt werden.

Bei einem Gasaustritt, sind umgehend die Kollegen zu warnen, der Notruf zu betätigen und der betroffene Bereich zu räumen und abzusperren.

TIPP: Damit die Abläufe im Gefahrenfall auch wirklich funktionieren, sollten sie diese 1 mal im Jahr im Rahmen einer Unter- weisung auch üben.

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