Arbeitsstättenrecht und Baurecht sind nicht immer konform

Beschäftigen Sie sich gerade mit dem Neu- oder Umbau einer Arbeitsstätte wie einem Bürokomplex oder einer Produktionshalle?

Dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Baurecht und Arbeitsstättenrecht nicht immer konform zueinander sind. In der Trennung von Baurecht und Arbeitsstättenrecht schlummern hohe Kosten für Ihr Unternehmen.

Ein Beispiel: Ab 12 Metern Absturzhöhe wird im Baurecht (Länderrecht) zwingend ein Geländer als Absturzsicherung mit einer Höhe von 90 cm gefordert. Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) führt hier aber über ihre zugehörige Technische Regel ASR A2.1 „Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen“ eine Geländerhöhe von 100 cm ein!

Nachträgliche Änderungen eines solchen Fauxpas in der Bauplanung können hohe Kosten für ein Unternehmen nach sich ziehen. Haben Sie jetzt nicht klar geregelt, wer hier für die richtige Planung zuständig war, bleiben Sie auf den Kosten sitzen.

Der Gesetzgeber verlangt in § 3 der ArbStättV vom Unternehmer die Gefährdungsbeurteilung, auch für Arbeitsstätten. Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass die Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben der Arbeitsstätte keinen Gefährdungen für ihre Sicherheit und Gesundheit ausgesetzt sind. Die Maßnahmen haben sich am Stand der Technik – also den Technischen Regeln für Arbeitsstätten = Arbeitsstättenregeln zu orientieren. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die alten Arbeitsstättenrichtlinien nicht mehr gültig sind, und somit nur noch unterstützend herangezogen werden können.

Ein anderes Beispiel:

Arbeitsstättenrecht - Baurecht

Arbeitsstättenrecht – Baurecht

Im Treppenraum (siehe Bild) eines Unternehmens wurden der Optik wegen im Geländer Glasscheiben verbaut. Schön ist’s anzusehen. Bei näherer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass es sich hierbei um sogenanntes Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) handelt. Das Besondere an diesem Glas ist, dass es in viele kleine Scherben zerbricht, um Verletzungen gering zu halten. Aber es ist nicht durchsturzsicher und darf gemäß der Technischen Regel für absturzsichere Verglasung (TRAV) nicht in dieser Weise in einem Treppengeländer eingebaut werden.

Zu Recht hat dies die Aufsichtsperson der zuständigen BG bemängelt, die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und das Ergreifen von Maßnahmen eingefordert.

Diese Maßnahmen werden erhebliche Kosten nach sich ziehen, denn folgende Möglichkeiten kommen jetzt in Frage:

 

1.)   Austausch der Scheiben gegen zugelassenes Verbund-Sicherheitsglas (VSG)

2.)   Einbau zusätzlicher Metall-Leisten als Durchsturzsicherung

3.)   Austausch der Scheiben gegen geeignetes Lochblech

4.)   Einbau eines komplett neuen Geländers.

Welche Konsequenzen sind aus diesem Beispiel zu ziehen:

Berücksichtigen Sie schon bei der Planung die Anforderungen des Arbeitsstättenrechts und prüfen Sie, ob alles miteinander Kompatibel ist. Binden Sie ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Fachexperten wie die von KUECK Industries frühzeitig in Ihre Planung ein. Kosten in den Expertenrat – wie die Experten von KUECK Industries – sind gut investiert. Ein rechtzeitiger Hinweis auf mögliche Mängel verhindert später hohe Kosten der Um- oder Nachrüstung.

Die Bauaufsicht prüft dies in der Regel die Einhaltung der ArbStättV nicht! Geben Sie ihrem Planer oder Architekten im Auftrag die Einhaltung des Arbeitsstättenrechts mit auf. Gerne helfen Ihnen die Experten von KUECK Industries dabei weiter. So können Sie den schwarzen Peter später an diesen Abspielen, wenn er zum Beispiel die Geländerhöhen oder Türbreiten falsch berechnet hat.

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